Schielen und Hornhautverkrümmung

Schielen und Hornhautverkrümmung

Augenmuskel Schielen (Winkelfehlsichtigkeit) verwechselt man oft mit der Hornhautverkrümmung. Beim Schielen geht es um den Stellungsfehler des Auges, Hornhautverkrümmung ist aber ein optisches Problem. Ich versuche den Unterschied der beiden Begriffe zu erklären.

Schielen

Beide Augen haben jeweils sechs Muskeln, deren Aufgabe das Drehen der Augen und das Behalten der Ruhestellung ist. Wenn einer dieser Muskeln zu stark oder zu schwach ist, besteht die Gefahr, dass die Augen nicht natürlich in verschiedene Richtungen drehen können oder in der Ruhestellung nicht geradeaus zeigen. Schielen kann waagrecht (innen und aussen), senkrecht (oben und unten) oder eine Kombination von beidem sein. Das Mass des Schielens kann in verschiedenen Blickrichtungen und Entfernungen unterschiedlich sein.

Offensichtliches Schielen

Offentsichtliches Schielen Das ist leicht zu erkennen, auch von Fremden. Bei Erwachsenen bringt die Korrektur kein binokulares (beidäugiges) Sehen mehr zurück, kann aber sozial hilfreich sein. Schielende Menschen können auf Vorurteile treffen.

Verstecktes Schielen

Verstecktes Schielen kommt viel öfter als offensichtliches Schielen vor. Verstecktes Schielen kann unter gewissen Umständen ersichtlich werden, vor allem, wenn man müde ist. Manchmal ist es schwierig, verstecktes Schielen zu erkennen, weil die Symptome oft als diffuses Unbehagen auftreten oder als nicht zuordenbare „Fehlleistungen“ betrachtet werden: das Ermüden der Augen, die Zeilen „hüpfen“ beim Lesen, Kopfschmerzen im Stirnbereich und „hinter den Augen“, Lustlosigkeit, länger zu lesen und sogar das Auftreten von Doppelbildern z.B. bei Bildschirmarbeit. Verstecktes Schielen kann auch über viele Jahre problemlos sein oder fängt erst zwischen 40 und 50 an, weil die Augenmuskeln an Kraft verlieren.

Akkommodation und Schielen

Augen haben die Fähigkeit, sich an unterschiedliche Entfernungen anzupassen (akkommodieren). Ohne diese Fähigkeit könnten wir nur auf eine Entfernung scharf sehen. Diese Fähigkeit lässt aber mit zunehmendem Alter nach. Immer wenn die Augen akkommodieren, drehen sie auch nach innen (konvergieren). Dies kann das Schielen verstärken (Schielen nach innen) oder abschwächen (Schielen nach aussen).

Brillenstärke und Schielen

Die Brillenstärke kann das Schielen verbessern oder verschlechtern. Im Idealfall hilft die Brillenstärke und/oder Prismenkorrektur, das Schielen zu korrigieren, und der Brillenträger wird von seinen Beschwerden erlöst. Im schlimmsten Fall kann die Brillenstärke wegen latenten versteckten Schielens neue  Beschwerden verursachen. Als gutes Beispiel dient ein 50–60-jähriger kurzsichtiger Brillenträger, der nach aussen schielt. Wenn man bei ihm die Brillenstärke reduziert, ohne das Schielen zu korrigieren, kann sein verstecktes Schielen Probleme verursachen. Er trägt oft Gleitsichtgläser und zufolge des Schielens schaut er mit einem Auge an der richtigen Stelle vorbei und sieht deswegen mit diesem Auge unscharf oder muss seinen Kopf drehen, um mit diesem Auge scharf zu sehen. Brillenstärke und Schielen

Kontaktlinsen und Schielen

Kontaktlinsen wirken beim Schielen anders als die Brille, weil sie im Gegensatz zur Brille praktisch weder vergrössern (Plus-Gläser) noch verkleinern (Minus-Gläser). Dies führt dazu, dass die Augenmuskeln auf die Kontaktlinsen anders als auf die Brille reagieren. Anders als bei den Brillen kann man bei den Kontaktlinsen keine Prismenkorrektur machen. Die einfachste Lösung ist, Kontaktlinsen zu testen: Das, was sich gut anfühlt, kann nicht gross verkehrt sein.

Hornhautverkrümmung

Die Krümmung kann auf der Hornhaut, im Auge drin oder eine Kombination von beidem sein. Um die Sache zu vereinfachen, spricht man oft nur von Hornhautverkrümmung. (Hornhaut-)Verkrümmung bedeutet, dass das Auge das Licht nicht gleichmässig von allen Richtungen bricht, deshalb braucht es unterschiedliche Korrekturen in verschiedene Richtungen.  (Hornhaut-)Verkrümmung korrigiert man bei der Brille oder den Kontaktlinsen mit der Cylinderkorrektur; um zu wissen, in welche Richtung die Cylinderkorrektur nötig ist, muss man noch eine Achsenlage angeben. Als Beispiel Cylinder –0,75 in Achse 90 Grad. Hornhautverkrümmung Bei einer Person, die sowohl kurzsichtig ist und eine Hornhautverkrümmung hat, könnte die Brillenstärke so aussehen: –1,00 –0,75  90°. In dieser Brillenstärke hat sie eine Korrektur von –1,00 dpt senkrecht und –1,75 dpt waagerecht. Die Stärke verändert sich verlaufend von –1,00 auf –1,75 und auf der anderen Seite wieder zurück. Die Stärke kann auf zwei Arten geschrieben werden und beide sind richtig. Entweder –1,00 –0,75 90° oder –1,75 +0,75 0°. Mir hat bis heute nicht eingeleuchtet, warum sich die Fachleute nicht auf eine Schreibweise einigen können.

Zusammenfassung

Auf einem Brillenrezept gibt es vielerlei Zahlen, die leicht miteinander verwechselt werden. Ich habe mit diesem Artikel versucht, zwei von ihnen etwas genauer zu erklären, weil meines Erachtens diese oft miteinander verwechselt werden und deren Bedeutung oft unklar ist. Ich hoffe, dass ich ein wenig behilflich sein konnte.

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